Freie Begegnung mit Delfinen & Walen

08.04.2015 von Michaela

Das Atmen der Wale ganz nah

Meinem 50 igten Geburtstag habe ich mit Delfinen und Walen auf La Gomera verbracht. Hier ist mir noch klarer geworden, wie wichtig mir die freiwillige Begegnung mit Tieren ist. Das heißt, dass die Tiere selber entscheiden können, ob sie Kontakt zu dem Menschen machen. Gerade im therapeutischen Setting müssen Tiere jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückziehen zu können.

Umso mehr hat mich die Begegnung mit ca. 50 Delfinen und Walen im Atlantik von La Gomera berührt. Wir waren gute 3 Stunden mit einem kleinen Holzboot und 10 Personen unterwegs. Nach 25 Minuten kam es zur ersten Sichtung. Rauhzahndelfine, es folgte eine große Gruppe Tümmler, die gerade mit der Jagt beschäftigt waren und nur mal kurz guckten, wer wir waren um sich dann unbekümmert weiter mit ihrer Mahlzeit zu beschäftigten. Die nächste kleine Gruppe waren gewöhnliche Delfine, 2 Muttertiere mit ihren Jungen. Gewöhnliche Delfine sind klein und die Begleiterin nannte sie „die Blumen der Meere“. Sie sind vom Aussterben bedroht. Sie spielten eine Weile mit der Bugwelle unsere Bootes und ließen uns dann sprachlos zurück.

Und eigentlich war ich schon satt, aber das Feuerwerk der Geschenke hörte noch nicht auf: eine Gruppe Pilotwale machte gerade Ruhezeit und dümpelte auf dem Wasser. Entspannt und gut sichtbar nur wenige Meter entfernt von dem Boot. Der Motor war aus und wir trieben still daneben. Das einzige Geräusch war das Atmen der Wale. Nie werde ich dieses Geräusch vergessen. Es ist so intim, den Atem eines anderen Wesens so nah und deutlich zu hören, während es Dir in die Augen schaut. Sie blieben lange bei uns. Ein Walkuh säugt ihr Kalb. Ein Jungtier legt sich auf die Seite und zeigt seinen Bauch. Sie tun das wohl, weil sie so eine besseren Blickwinkel auf ihre Besucher haben. Pilotwale sind sehr klein und werden oft mit Delfinen verwechselt. Sie sind bis zu 6 Metern lang und können sehr lange tief unter Wasser bleiben, weil sie Kalmare jagen. Diese Gruppe tauchte erst nach einer halben Stunde ab.

Auf dem Rückweg beschenkte uns noch eine Gruppe wunderschöner Fleckendelfine, die lange in der Bugwelle schwammen. So nah, dass man ihre Klicklaute hören konnte. Ich bin immer noch fassungslos, wenn ich an diesen Tag denke und obwohl es gar kein therapeutisches Setting gab, wird mich diese Begegnung mein Leben lang nähren. Ich frage mich immer wieder, was diese Tiere so vertrauen lässt.

Denn nicht nur friedliche Begegnungen finden dort statt. Bereits von der Fähre aus kann man viele Gruppen von Pilotwalen sehen, sie weichen den großen Fähren aus. Pottwale allerdings, die gerade nach einem langen Tauchgang im Wasser ruhen sind durch die Schnellfähren gefährdet, da sie diese zu spät wahrnehmen. So kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Oceanus, eine Schutzorganisation bildet Freiwillige aus, die zu bestimmten Zeiten auf den Fähren mitfahren und den Kapitän warnen.

Am 11.4. besuche ich Tanja Askani mit ihren Wölfen.

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